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Vor dem Hintergrund eines generell steigenden Aufkommens sowohl im Personenals auch im Güterverkehr wurde seitens der ÖBB im Jahr 2004 das „Rheintalkonzept“ initiiert, im Zuge dessen die Bahnhofsinfrastruktur im gesamten Rheintal erweitert und kundenfreundlich um- bzw. ausgebaut wird. Dementsprechend werden bis 2013 alle wichtigen Bahnhöfe und Haltestellen zwischen Feldkirch und Bregenz den Erfordernissen des modernen Individual- und Güterverkehrs angepasst. Eine zusätzliche Herausforderung hinsichtlich eines schnellen Projektfortschritts ergab sich durch die Abhaltung der „Welt-Gymnaestrada“, des weltgrößten Turnsportfestes, in Vorarlberg, die es erforderlich machte, u.a. die vorgesehenen Umbauten für den Bereich des Personenverkehrs in den Bahnhöfen Feldkirch und Dornbirn, sowie in den Haltestellen Dornbirn-Schoren, Hatlerdorf und Bregenz- Riedenburg bis Juni 2007 abzuschließen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzten die ÖBB bei der Projektumsetzung auf die webbasierte Projektmanagement-Lösung ProjectNetWorld®, die entscheidend zu einer effizienten Abwicklung der Teilprojekte im Rahmen des „Rheintalkonzeptes“ beitrug.
Im „Rheintalkonzept“ der ÖBB sind
zahlreiche Einzelprojekte betreffend
die Bahninfrastruktur im Raum Vorarlberg
zusammengefasst - Zielsetzung
ist eine nachhaltige Modernisierung von
Bahnhöfen und Haltestellen im gesamten
Rheintal, die nicht nur dem erhöhten
Fahrgast- bzw. Güteraufkommen
Rechnung trägt, sondern vor allen Dingen
eine nachhaltige Verbesserung von
Reisekomfort und Kundenfreundlichkeit
bewirkt. Die getroffenen (und noch
zu treffenden) baulichen Maßnahmen
schaffen moderne, kunden- sowie anrainergerechte
Verkehrsstationen mit geschlossener
Mobilitätskette (Bahn, Bus,
PKW und Fahrrad), gestalten damit den
Zugang zur Bahn so komfortabel wie
möglich und ermöglichen die Einführung
eines 15-Minuten-Taktes.
Eine wichtige Etappe auf dem Weg zum
Abschluss des Gesamtprojekts 2013
war die Fertigstellung der Arbeiten in den
Bahnhöfen Feldkirch und Dornbirn anlässlich
der „Welt-Gymnaestrada“, des
weltgrößten Turnsportfestes, das im Juli
2007 von Dornbirn ausgehend stattfand
und eine Steigerung des täglichen Fahrgastaufkommens,
während der Welt-
Gymnaestrada, von 30.000 auf 150.000
mit sich brachte. Dieses erhöhte Fahrgastaufkommen
verlangte - unabhängig
von der touristischen Außenwirkung -
nach einem zeitgerechten Abschluss der
Teilprojekte in den o.a. Kernbahnhöfen
und den Haltestellen Dornbirn-Schoren,
Hatlerdorf und Bregenz-Riedenburg
bis Juni 2007. Dies gelang nicht zuletzt
aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit
mit den Behörden bzw. den
Stadt- und Verkehrsplanern der beteiligten
Gemeinden sowie eines überaus
effizienten Projektmanagements. Angesichts
der großen Anzahl an Projektbeteiligten
– von den involvierten Behörden
bis zu den ausführenden Firmen - und
der Komplexität der Projekte bestanden
die Herausforderungen in erster Linie
in einem lückenlosen Informationsmanagement
und einer datenbankgestützten
Verarbeitung aller projektrelevanten
Dokumente. Eine zentrale Rolle kam dabei
der Projektmanagement-Software
ProjectNetWorld® zu, mit deren Hilfe eine
einheitliche Arbeitsplattform für alle
Projektmitarbeiter geschaffen wurde -
auf diese Weise waren reibungslose Arbeitsabläufe,
unabhängig von der räumlichen
und organisatorischen Trennung
aller Beteiligten, gewährleistet.
ProjectNetWorld® ist eine webbasierte Projektmanagement-Lösung auf SaaSBasis („Software as a Service“). Der Vorteil dieser Technologie liegt vor allem darin, dass auf Seiten der Anwender keinerlei Installationsaufwand vonnöten ist; dazu hält sich aufgrund der einfachen Bedienbarkeit des Tools der Schulungsaufwand in vergleichsweise engen Grenzen. Resultat ist eine sehr kurze Implementierungsphase, was nicht nur eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis mit sich bringt, sondern es den Projektmitarbeitern erlaubt, sich von Beginn an auf die Projektarbeit zu konzentrieren. Darüber hinaus ermöglicht der modulare Aufbau der Software ihre weitestgehende Anpassung an spezifische Anforderungen, seien diese unternehmens- oder projektbezogen. Eine Schlüsselfunktion ist dabei die projektbezogene Dokumenten- bzw. Formularverwaltung (inklusive automatischer Historisierung bzw. Versionierung), die die Projektleitung in die Lage versetzt, den Projektfortschritt in Echtzeit zu überwachen und gegebenenfalls koordinierend einzugreifen. Gerade bei komplexen Projekten - insbesondere dann, wenn, wie im Fall der „Welt- Gymnaestrada“, vorgegebene Zeitlinien unbedingt einzuhalten sind - kann eine durchdachte Projektmanagement-Lösung entscheidend dazu beitragen, das hohe Maß an Koordinationsaufwand zu bewältigen.
Ein Beispiel für das unter ProjectNet-
World® laufende Informationsmanagement
ist die im Zuge der erwähnten
Teilprojekte des „Rheintalkonzeptes“
eingesetzte Bescheidüberwachung, die
unter Verwendung der softwareseitigen
Formulardatenbank die korrekte und
fristgerechte Abwicklung von behördlichen
Auflagen in die Projektarbeit einbezieht.
Konkret stellt sich das folgendermaßen
dar:
Im Zuge der Genehmigungsverfahren für
zu errichtende Eisenbahnanlagen ist die
Projektleitung dafür verantwortlich, dass
den behördlichen Auflagen in Bezug auf
Planung, Bau und Betrieb der Anlagen
entsprochen wird. Die entsprechenden
Bescheide werden der Projektleitung in
Form von Dokumenten zugestellt. Danach
werden die in den Bescheiden enthaltenen
Auflagen in eine Online-Formulardatenbank
importiert und parametrisiert
(Parameter: Bauobjekt, Bescheid,
Sachverständiger, ausführende Firma/
Firmen, Ansprechpersonen, etc.). Ergebnis
ist ein spezifisches ToDo-Formular,
dessen Einträge (wie etwa Zwischenergebnisse,
Erledigungen, Freigaben u.ä.)
den Projektfortschritt exakt abbilden. Die
daraus resultierende Transparenz - durch
die automatische Historisierung bzw.
Versionierung können die Einträge den
jeweiligen Verantwortlichen problemlos
zugeordnet werden - trägt entscheidend
dazu bei, die sehr komplexe Projektarbeit
in geordneten Bahnen zu halten.
Diese Komplexität verdeutlicht sich schon allein in den baulichen Eckdaten bis Juni 2007: so wurden von Feldkirch bis Bregenz an 14 Gleisen Bahnsteige und 4.250 lfm Bahnsteigkanten adaptiert, 9 Aufzüge gebaut, 15.000 lfm Oberleitungen verlegt und 16.550 m³ Beton verarbeitet. Der gesamte Erdaushub betrug 216.000 m³.
Nicht nur aus baulicher Sicht waren die
Projekte ein Erfolg. So wurde der Bahnhof
Dornbirn mit einem Brunel Award
in der Kategorie Station Building ausgezeichnet.
Die Haltestellen Bregenz-
Riedenburg, Dornbirn-Schoren und der
Bahnhof Dornbirn wurden jeweils mit
dem Preis für besonders menschengerechtes
Bauen durch das Land Vorarlberg
ausgezeichnet.
Der rechtzeitig zum Start der „Welt-Gymnaestrada“
erfolgte Abschluss aller Umbauten
und Adaptierungen ermöglichte
es, die Steigerung der Fahrgastzahlen
von 30.000 auf 150.000 infrastrukturell
zu bewältigen und auf diese Weise zum
reibungslosen Ablauf der Veranstaltung
entscheidend beizutragen. „Alles auf
Schiene“ in Vorarlberg!